Diagnostik beim Ösophguskarzinom

In unserer Interdisziplinären Endoskopie werden jährlich u. a. tausende von oberen Endoskopien (Spiegelung von Speiseröhre und Magen) von sehr erfahrenen Untersuchern durchgeführt. Normalerweise werden alle oberen Endoskopien standardmäßig in Teilnarkose durchgeführt, wobei die Patienten auf besonderen Wunsch allerdings auch wach sein und zuschauen können. Die oberen Endoskopie gehört zur Standarddiagnostik bei Patienten mit bösartigen Tumoren der Speiseröhre. Sie gibt uns Informationen zur genauen Tumorhöhe und deren Bezug zum Zwerchfelldurchtritt der Speiseröhre. Zudem erfahren wir dabei Wesentliches über die lokale Tumorausdehnung und einen möglichen Befall von Lymphknoten. Dazu dient unter anderem die Spezialuntersuchung der Endosonographie (Ultraschall innerhalb der Speiseröhre), die im Rahmen der gleichen Untersuchung von den gleichen erfahrenen Untersuchern durchgeführt wird. Die erhobenen Befunde spielen eine wichtige Rolle bei der weiteren Entscheidungsfindung, ob z. B. eine Chemotherapie vor einer Operation durchgeführt werden sollte oder nicht.

Funktionsdiagnostik in der Endoskopie

Unabhängig von bösartigen Tumoren, die einen Grund für eine oberen Endoskopie darstellen, führt unser Team aus der Endoskopie regelhaft Untersuchungen zur Funktion der Speiseröhrenbeweglichkeit (Manometrie) sowie zur Funktion des unteren Speiseröhrenschließmuskels bei Sodbrennen (pH-Metrie und Impedanzmessung) durch. Da der Säurerückfluss vom Magen in die untere Speiseröhre u. a. ein möglicher Grund für eine Tumorentstehung ist, sind diese Spezialmethoden eine wichtige Entscheidungsgrundlage für einen individualisierten Therapievorschlag. Damit kann nicht nur die Lebensqualität von vielen Patienten mit Sodbrennen deutlich bessert werden sondern möglicherweise auch das Risiko für die Entstehung von bösartigen Speiseröhrentumoren gesenkt werden.